Burg Glambeck Image

Befestigung im meer

Die Burg Glambeck war fast 400 Jahre lang für den Schutz der Insel Fehmarn da. Inzwischen ist sie seit fast 400 Jahren eine Ruine und auch das älteste Gebäude Schleswig-Holsteins.

Befestigung im meer

Die Burg Glambeck war fast 400 Jahre lang für den Schutz der Insel Fehmarn da. Inzwischen ist sie seit fast 400 Jahren eine Ruine und auch das älteste Gebäude Schleswig-Holsteins.

Nachdem wir hier über die Geschichte der Insel deutlich jenseits des Brückenbaus von '63 berichten, war es uns nicht möglich die Burg Glambeck dabei zu übergehen. Bei dieser Burganlage handelt es sich um die älteste (und einzige) noch als bescheidene Ruine erhaltene mittelalterliche Steinburg in Schleswig-Holstein.

 

Die Burg Glambeck auf der Insel Fehmarn ist das älteste Gebäude Schleswig-HolsteinsWir haben also zu dem Thema recherchiert, Photographien und Filmmaterial gesammelt, doch Bilder von der intakten Burg Glambeck konnten wir dabei nicht finden. Für die jungen Generationen sollte man hier vielleicht erwähnen, daß die digitale Photographie erst vor wenigen Jahren populär wurde. Vor SD-Karten wurde geschwärztes Silber auf Film (lichtempfindliche Folie) benutzt um Bilder zu speichern und noch davor Photoplatten aus Glas. Doch auch diese Techniken gab es noch nicht im 17. Jahrhundert. Demnach kann es keine Photos von der unzerstörten Burg Glambeck geben. Wir hätten uns ja auch über historische Zeichnungen gefreut, aber auch da… Fehlanzeige. So kam es, daß wir die Burg kurzerhand haben auferstehen lassen.

 

Burg Glambeck Rekonstruktion

Fehmarn Burg Glambeck Ostsee 3D RekunstruktionWir können hier exklusiv die Vorabversion der digitalen 3D-Rekonstruktion auf exakten Vermaßungen der Anlage basierend präsentieren. Gut zu erkennen sind links, der östliche Wehrturm, und rechts der deutlich größere Burgfried. Innerhalb der Burganlage gab es noch Platz für das Haus des Amtsmann, eine Kemenate (Lady's only) auf südlicher Seite, eine Scheune, eine Backstube und sogar ein Brauhaus. Die letzteren beiden vermutlich, um längeren Belagerungen standhalten zu können.

Inzwischen ist aus etlichen historischen Fotos die alte Landmassenverteilung am Südstrand in einer planen Ansicht erstellt worden und steigert die Realitätsnähe nochmal enorm. Brücke und Graben wurden auch bereits optimiert und die zweite Verteidigungsmauer ist auch schon integriert worden. Aktuell werden einige Optimierungen daran vorgenommen, die mit Historikern & Architekten abgestimmt werden. Da all das ehrenamtlich geschieht und von den Beteiligten in deren Freizeit geleistet wird ist der Fortschritt langsam aber stetig. Wenn uns neue Ansichten vorliegen, werden wir hier eine große Galerie mit möglichst allen Perspektiven und auch Innenansichten der Burg Glambeck bieten können.

Von den Backsteinbauten der Burg sind heute nur noch der Stumpf des quadratischen Bergfrieds mit seinem 11 mal 11 Meter messenden Fundament aus Feldsteinen in der nordöstlichen Ecke und Reste der Ringmauer erhalten. Die Mauern des Bergfrieds stehen noch bis zu einer Höhe von vier Metern und sind zwei Meter dick. Als zusätzlicher Schutz existierte früher noch ein Wehrturm in der Südwest-Ecke. Die rechteckige Burganlage hat die Maße von 36 Meter Breite und 53 Meter Länge und ist von einem Wassergraben und einem flachen Wall umgeben. Im Gegensatz zu den sonst zwischen 11. & 15. Jahrhundert von den Normannen gebaute Holz-Burgen vom Typ Motte, war es nicht möglich die Glambeck „einzumotten“, also das Fundament mit dem Aushub der Gräben zu tarnen. Vielleicht wurde deshalb auch mit Stein gebaut. Die heute noch gut sichtbaren Gräben, hat sie jedenfalls mit den Burgen aus Holz gemeinsam.

 

Die wechselhafte Geschichte der Burg

hat ihre Ursache im Kampf der Holsteiner Grafen und der dänischen Könige um die Vorherrschaft in der Region.
Im Jahr 1248, zur Zeit der Herrschaft Königs Erik IV. fand auf der Burg die Hochzeit von Eriks jüngstem Bruder Christoph mit der pommerschen Herzogstochter Margarete Sambiria (Margarete Sprenghest) statt. Die Regierungszeit Erich V. von 1259 bis 1286 überstand die Burg ohne Konflikte. 1307 kam es zum „Glambeker Vergleich“. Der Dänenkönig Erik VI. vermittelte in einem Konflikt der Grafen von Holstein mit dem Landadel.

Der Bruder Eriks VI., der dänische König Christoph II., erließ 1320 für die „Landschaft“, das „Älteste Fehmarnsche Landrecht“. Gerichtsstand war die Burg Glambeck, auf der sein Amtmann aus dem Adelsgeschlecht Reventlow residierte.

Der nahm zugleich das Amt des Richters wahr und ließ 1321 viele Leute auf Burg Glambeck hängen, weil sie für den im selben Jahr verstorbenen Johann II. von Holstein-Kiel eingetreten waren.

Johann III. von Holstein-Kiel wurde 1326 mit der Insel Fehmarn belehnt. Er erließ ein milderes Geschworenen-Landrecht (Handfeste) bei gleichzeitiger Abschaffung des Glambeck-Gerichts. Diese neue Rechtsquelle galt bis zum Jahr 1558.

1358 erschien der dänische König Waldemar IV. Atterdag mit einer Armada vor der Burgtiefe. Die Burg wurde zur leichten Beute Atterdags, der die Holsteiner Grafen vertrieb. Der Sohn Johanns III., Adolf VII. von Holstein-Kiel, verbündete sich allerdings mit den verwandten Herzögen von Schleswig und Mecklenburg und eroberte im Jahre 1359 die Insel zurück.

 

Der dänische König Erik von Pommern

Erik von Pommern · König von Dänemarkeroberte Fehmarn im Jahr 1416 nach einer Friedensperiode von 57 Jahren und ließ den Burghauptmann von Glambeck enthaupten. Aber wieder eroberten die Holstein'er Grafen die Insel kurz darauf zurück.

Im Jahre 1420 erschien König Erik erneut vor der Insel, diesmal mit 700 Schiffen. Er wurde zweimal abgewehrt, doch der dritte Landeversuch gelang. Er zerstörte die Burg, verwüstete die Insel und ermordete zwei Drittel der Bevölkerung.

Der Holsteingraf Adolf VIII. eroberte Fehmarn 1424 zurück und besiedelte die Insel mit Dithmarscher Bauernfamilien. Nachdem die Grafen von Holstein einmal mehr die Burg an ihre Widersacher verloren hatten, rief Graf Adolf 1426 die Vitalienbrüder zur Eroberung der stark befestigten Glambeck zu Hilfe. Diese blieben dort bis zur Verpfändung der Anlage an die Stadt Lübeck im Zuge des Friedens von Vordingborg im Jahr 1435.

Bei der Vorlage des „Neuen Fehmarnschen Landrechts“ im Jahr 1558 wurde der Statthalter Heinrich Rantzau tätlich angegriffen. Im selben Jahr beschwerte sich der Amtmann beim Landesherrn über den Verfall der Anlage. Die Burg Glambeck diente nun als Lager für Holz und Getreide.

 

Zerstörung der Festung

Während des Dreißigjährigen Krieges 1627 eroberten 500 kaiserliche Soldaten unter dem Grafen von Jean de Merode die Insel. Bei dem Versuch König Christians IV., die Burg 1628 zurückzuerobern, wurde sie endgültig zerstört.

Die Insulaner verwendeten die noch vorhandenen Mauern als Baumaterial. Über die Fundamente wuchs nach und nach die Dünenlandschaft der Nehrung.

 

Die Wiederentdeckung der Burg

Bei dem Ostseesturm-Hochwasser vom 3. November 1872 wurde die Ruine wieder freigespült.


Ausgrabung der Glambeck

1908 wurden die Fundamente bei systematischen Ausgrabungen unter der Leitung von Prof. Haupt, J.A. Bundies und dem Architekten Voß wieder freigelegt.

Die Anfänge der Stadt Burg reichen wesentlich weiter zurück. Burg auf Fehmarn erhielt also nicht von der Burg Glambeck ihren Namen, sondern von der völlig verschwundenen Burganlage westlich der Sankt Nikolai Kirche.

 

Der geheime Gang

Eine Sage erzählt, dass ein unterirdischer Gang von der Burg bis zu einem Burger Haus neben der Kirche führte. Zwei Kinder kletterten neugierig in den Gang und kamen nicht zurück. Lange Zeit hörten die Menschen ihr Rufen. Einige legten Nahrung vor den Gang, weil sie Mitleid hatten. Jedes Mal waren die Nahrungsmittel am nächsten Morgen verschwunden. Aber die Kinder tauchten nie wieder auf.

http://www.facebook.com/Burg.Glambeck/

Graeuliche Gemetzel auf Burg Glambeck...

Website

 

 

Chronik der Burg

  • 1210 Waldemar II. ist der Bauherr der Burg Glambek
  • 1259 Erich V. herrscht friedlich über Fehmarn bis 1286
  • 1307 kam es zum Glambeker Vergleich
  • 1318 erste namentliche Erwähnung der Burg
  • 1320 Christoph II. führte das fehmarnsche Landrecht ein
  • 1326 Johann III. von Holstein aus Kiel wir mit der Insel belehnt
  • 1358 dänischer König Waldemar IV.
  • 1359 Adolf VII. Sohn Johann III. Rückeroberung
  • 1416 Krönung von Erik von Pommern zum dänischen König
  • 141x Rückeroberung
  • Die Insulaner hatten sich von ihm abgewand und den Holsteiner Grafen Adolf VIII. als ihren „rechtmäßigen Herrn" anerkannt. Die dänische Königskrone im Siegel ersetzten die Fehmaraner mit dem Symbol des „Schauenburger Nesselblatts".
  • 1420 Erik von Pommern, König der Dänen, zerstört am 1. Juli nicht nur fast vollständig die Burg.
  • 1424 ruft der Schauenburger Fürst  zur Neubesiedlung der Insel mit großen Steuerfreiheiten auf, dem überwiegend Dithmarscher, Sachsen und Holsteiner Folge leisten.
  • 1424 Adolf VIII. Rückeroberung der Burg Glambek
  • 1435 Verpfändung an Lübeck
  • 1440 Seeräuber haben angeblich die Burg Glambeck als Stützpunkt genutzt
  • 1558 Nutzung der Burg als Holzlager
  • 1627 Graf Jean de Marode erobert mit kaiserlichen Soldaten die Burg & auch die restliche Insel
  • 1628 König Christian IV. endgültige Zerstörung der Burg
  • Die Burgruine wurde zwischendurch vollständig von Sand verdeckt und geriet in Vergessenheit.
  • 1872 am 13 November gab es die große Sturmflut. Dabei wurde der Burgfried's wiederentdeckt.
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