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Die Häfen auf Fehmarn

Die Hafen-Typen auf der Ostseeinsel Fehmarn. Die Entstehung, Entwicklung, Einstellung.

Die Häfen auf Fehmarn

Die Hafen-Typen auf der Ostseeinsel Fehmarn. Die Entstehung, Entwicklung, Einstellung.

Stadthafen von Burg

Der Stadtplan von Johannes Mejer im Jahr 1648 zeigt noch die alte Burg auf Fehmarn

Der alte Stadthafen lag ein wenig östlich der Sankt Nikolai Kirche. Die Burg, die der Inselmetropole ihren Namen verdankt, und zum Schutz des Stadthafens angelegt wurde befand sich einen Steinwurf nördlich davon.

1426 rief Graf Adolf von Holstein die Vitalienbrüder zur Wiedereroberung der Insel aus dänischer Hand. Zu dem Zeitpunkt war die alte Burg längst irrelevant, denn bereits seit 200 Jahren sorgte die  Burg Glambeck op de Deep für die Sicherheit des Hafens.
1435 Verpfändung der Burg-Anlage an die Stadt Lübeck im Zuge des „Friedens von Vordingborg“. In Friedenszeiten liefen die Geschäfte mit dem Getreide ungestört und ausgesprochen gut. 17 Windmühlen waren nötig, um all das Korn zu verarbeiten. Diesen Wohlstand wollte man, dann auch zeigen und gönnte sich
1520 ein großzügiges Rathaus entsteht in Fachwerk Bauweise direkt auf dem Burger Marktplatz.
1550 Der Stadthafen von Burg unterhalb des heutigen Kirchenhügels von Sankt Nikolai versandet zunehmends und wird unschiffbar..
1648 wird die erste präzise Kartographierung der Insel und Stadt Burg von Johannes Mejer vorgenommen.


Burgstaaken

Hafen Burgstaaken ein Bild das von Fotoroto restauriert wurde

Burgstaaken war der größte und wichtigste Hafen für den Handel von Korn. Mit der gut erkennbaren Inselbahn kamen die wertvolle Fracht im Hafen an. Auch heute wird teilweise noch mit Frachtern das begehrte Gut aus der Kornkammer des Nordens geholt. Für die Fischerei und die Butterfahrten ist der Hafen lange Zeit auch sehr bedeutend gewesen.

1903 hatte der Hafen am Sund den fahrplanmäßigen Fährverkehr von und auf's Festland (also naach Europaa) übernommen.

 

Sund

Fehmarnsund Fähre bei der Überfahrt

1903 wurde die eingleisige Fähre „Fehmarnsund“ mit einer Verbund-Dampfmaschine von 95 kW (130 PS) von Großenbrode Fährhafen über den Fehmarnsund in Dienst gestellt. Sie konnte zwei Güterwagons transportieren, allerdings üblicherweise keine Personenwagen.
1921 In einem Herbststurm riss sich die „Fehmarnsund“ Fähre von ihrem Liegeplatz los und lief auf Grund. Der preußische Landtag beschliesst danach die Überbrückung des Fehmarnsund. Erste Pläne dazu kamen bereits von Gustav Kröhnke 1863.Noch unter dänischer Herrschaft beantragte er eine Konzession zum Ausbau der Eisenbahn den Fehmarnsund zu überbrücken.
1927 im November wurde die mit 2 × 240 PS angetriebene „Fehmarn“ eingeweiht. Mit 137 m Gleislänge konnten auch erstmals Reisezugwagen befördert werden.
1949 ab Dezember konnte die Bahn zusätzlich die „Schleswig-Holstein“ mit ihren 41 m Länge einsetzen. Sie war ursprünglich in Königsberg für die deutsche Luftwaffe als „Frauke“  gebaut worden und hatte in Rendsburg 14 m mehr bekommen. Mit ihren zwei Dieselmotoren á 200 PS konnte sie vier Eisenbahnwagen aufnehmen und galt als die „eleganteste“ der Sundfähren.
1951 wurde die „Fehmarn“ auf Dieselantrieb umgestellt und um 15 m verlängert.
1963 mit der Eröffnung der Sundbrücke war das Fährgeschäft nicht mehr so rentabel wie zuvor und wurde 60 Jahre nach Eröffnung wieder eingestellt. Die neue Fährverbindung nach Skandinavien verlief über, die seit Jahrhunderten genutze kürzeste Verbindung: Die Vogelflug-Route.

 

Vogelfluglinie

1960 entstand der Hafen Puttgarden im Rahmen des Ausbaus der Vogelfluglinie. Zuvor war der Küstenabschnitt ein sehr beliebter Badeort.

Die Spuntwand hielt die Ostsee ab, als die Becken für den Fährverkehr entstanden. Das Luftbild unten zeigt die gefluteten Becken und die teils entfernte Spuntwand. Gut zu erkennen ist wie das ganze Hafenbecken und darüber hinaus die Ostsee getrübt sind. Diese kleine Stelle ist durch die begrenzende Mole im Vergleich zum aktuell geplanten Tunnelbau wie ein Sandkorn im Ozean. Die zeitlich versetzt geplanten Grabearbeiten würden die Ostsee für viele Jahre trüben.

1963 konnte am 30. April die Sundbrücke mit der Eröffnung der Vogelfluglinie zusammen durch den Bundespräsidenten Heinrich Lübke und den dänischen König Frederik IX. feierlich begangen werden. Nach Lübke wurde kein Schiff benannt, König Frederik wurde diese Ehre allerdings zuteil. Deutsche Schiffe hatten mal wieder Ländernamen. Der erste Bundespräsident von '49-59 hingehen, Theodor Heuss  bekam eine Ausnahme.
1964 Mit dem zunehmenden Verkehr im Fehmarnbelt reichte der alte Leuchtturm nicht mehr aus und wurde ersetzt. Das neue Leuchtfeuer wurde etwa 160 Meter nördlich errichtet und dafür Optik des alten Turms übernommen.

Mit Bilder können wir Dank der freundlichen Genehmigungen von Christiane Geiselbrecht, Fehmarn damals, sowie vielen anderen Photographen & Rechteinhabern.

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