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Die Kirche op de Knust

Die Insel war fest in der Hand der Kirche im Mittelalter und wurde über die „Keerkspilen“ in Burg, Bannesdorf, Petersdorf und Landkirchen verwaltet. Es gab auch Unterschiede in Stadt- & Land-Zeit — letztere ging eine halbe Stunde vor

Die Kirche op de Knust

Die Insel war fest in der Hand der Kirche im Mittelalter und wurde über die „Keerkspilen“ in Burg, Bannesdorf, Petersdorf und Landkirchen verwaltet. Es gab auch Unterschiede in Stadt- & Land-Zeit — letztere ging eine halbe Stunde vor

Sankt Nikolai Kirche in Burg

Die Kirche ist ohne Turmhalle 51 Meter lang — am Westende 16 Meter breit  und 20 Meter am Ostende. Die Gewölbe haben eine Höhe von neun bis elf Meter. Sowohl bei Sankt Nikolai als auch der Petrikirche in Landkirchen ist kein genaues Datum der Grundsteinlegung bekannt. Sicher ist nur das es sind bei den beiden um die ältesten Kirchen auf der Ostseeinsel Fehmarn handelt.
 

1230 Wird mit dem Bau des Gotteshauses Sankt Nikolai begonnen. Die frühesten Teil der Kirche stammt aus dem Übergang von der Romanik zur Gotik. Die romanischen Bauelemente sind außen zu erkennen am Rundbogenfries unter der Traufe, der Nordbogenblende an der Nordseite und Rundbogenfenstern, die später in gotische Spitzbogenfenster umgebaut wurden, wobei die Spitzbögen den Rundbogenfries durchbrechen. Romanisch sind drei Joche des Mittelschiffs und die beiden Seitenschiffe.

15. Jahrhundert wurde die Wendeltreppe an der Südseite gebaut — heute hat sie keine Funktion mehr.

1470 Begann der zweite Bauabschnitt in dem die Kirche im spätgotischen Stil vergrößert wurde.

1505 wurde der dritte Bauabschnitt begonnen. Die Kirche erhielt dabei das sechste Joch.

1506 wurde an der Nordseite das Likhus, das Leichenhaus angebaut, das jetzt als Sakristei genutzt wird, außerdem auf der Südseite die Garwekammer, in der liturgische Geräte und die Gewänder der Priester aufbewahrt wurden.

1508 Auch der Glockenturm mit seinem Spitzdach stammt aus dem dritten Bauabschnitt;

1513 wurde der Glockenturm fertiggestellt.

1760 wird durch einen schweren Nordweststurm am 3. November das Spitzdach des Glockenturms zerstört.

1763 war die spätbarocke Turmhaube fertiggestellt.

1817 und ab 1846 wurde die Kirche im 19. Jahrhundert saniert.

1842 Die Garwekammer wird abgerissen. Sie wurde zeitwese auch als Grabkammer genutzt.

1846 ist das Entstehungsjahr einer Zeichnung, die noch Renaissance-Ausmalungen des Gewölbes mit Apostel- und Tierfiguren zeigen. Die Malereien wurden weiß übertüncht und später teilweise wieder freigelegt, ebenso wurde die gemalte Quaderung der Wände und Pfeiler rekonstruiert.

1930 begann die umfassende Sanierung von Kirchenschiff und Turm. Ein Anbau am Turm, der als Kalkkammer oder Knakenkammer (Knochenkammer) bezeichnet wurde, entfernt.

1936 wurde die Röhren- und Warmwasserheizung durch eine Warmluftheizung ersetzt.

1939 versah der Bildhauer Georg Matthiesen (1873 — 1952) die Wangen des neuen Kirchengestühls aus brasilianischer Kiefer mit Fehmarnschen Wappen und Hausmarken.

 


 

Sankt Petri Kirche in Landkirchen

Das Dorf Landkirchen verdankt dieser Kirche seinen Namen. Denn in alten Urkunden wird von de Landt Kercke geredet, woraus sich der heutige Name abgeleitet hat.
Das Backsteingebäude der Petrikirche hat zwar nur einen kleinen Dachreiter. Doch der Bau war nicht nur kirchliches Zentrum des so genannten mittleren Kirchspiels, sondern hatte auch eine Rolle als weltliches Zentrum.

1230 wurde vermutlich auch die dreischiffige Petrikirche auf einem kleinen Hügel erbaut.

13. Jahrhundert In der Kirche wurde der Landesblock untergebracht, eine aus einer einzigen Eiche geschnittene Truhe. Wichtige Urkunden und Siegel der Landschaft Fehmarn waren darin verwahrt, mit Eisenbändern sowie drei Schlössern gesichert so das die Kämmerer der drei Kirchspiele nur gemeinsam die Truhe öffnen konnten.

14. Jahrhundert Der Kirchenchor wurde erweitert.

1390 Das älteste Kunstwerk ist ein gotischer Marienleuchter, eine doppelseitig ausgeführte Madonna mit Jesuskind im Strahlenkranz.

1617 wird das älteste in Deutschland vorhandene Modellschiff gebaut. Das Kriegsschiff, ein Lübecker Dreimaster, ist heute in der Kirche zu bestaunen

1638 wurde der hölzerne Kirchturm, der einige Meter vom Backsteingebäude der Petrikirche entfernt steht, errichtet.

1660 Ein Bibliotheksschrein wird angefertigt und mit deutschen, englischen, dänischen und holländischen Büchern aus dem 17. Jahrhundert gefüllt.

1715 wird die Kirche um ihren Altar ergänzt.

1727 kommt eine Kanzel im barocken Stil

1735 ein achteckiges Taufbecken

1788 vermachte Kirchenprobstes Conrad Dietrich Stresow aus Burg der Sankt Petri Kirche  den beschriebenen Bibliotheksschrein aus dem Jahre 1660.

1841 wird das zweite Modellschiff gebaut. Auch ein Dreimaster der ebenfalls in der Kirche ausgestellt ist.

1867 verliert der Landesblock an Bedeutung, nachdem er nicht mehr in seiner bisherigen Form genutzt wird.

 


 

Johanneskirche in Bannesdorf

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Kirche aus Feld- und Backsteinen erbaut. Wie alle Kirchen im Norden wird sie  weiß oder mit Mustern ausgemalt worden sein. Die gotische Weihekreuze finden sich heute noch. Zum Nordosten wird es als Anbauten vermutlich eine Sakristei gegeben haben. Geweiht wurde die Kirche Johannes dem Täufer. Farben waren sehr beliebt im Mittelalter. Doch ist von der alten Bemalung ist nicht mehr viel erhalten. Die drei freigelegt Fresken Gregorsmesse, Hieronymus, Augustinus (oder Ambrosius) sind ein Glücksfall. Doch durch die Freilegung sind die Fesken auch Licht und Witterung ausgesetzt - die Farbintensivität nimmt immer weiter ab.

1240 wurde das steinerne Taufbecken, das im Chor zu sehen ist, auf der schwedischen Insel Gotland gefertigt.
Der mit einem Boden aus Backsteinen ausgelegte Chor hebt sich durch einen gotischen Spitzbogen deutlich vom Kirchenschiff ab. Auch ein Wandgemälde aus der Zeit der Gotik gibt es dort zu bewundern.

15. Jahrhundert die „Gregorsmesse“ ist ein beliebtes Motiv der letzten Phase des Mittelalters. Sie zeigt den Ablass nach einer Vision des Papst Gregor

1701 wurde der hölzerne Kirchturm angebaut.

1711 aus der Zeit des Rokkoko stammt der ursprüngliche Altar und ist inzwischen an der Südseite des Kirchenschiffs.

18. Jahrhundert wurden die reich verzierten Logen errichtet. Es handelt sich dabei um Hochstühle, auf denen Bannesdorfer „Vetternschaften“ beim Gottesdienst Platz nahmen.

1870 Grabmale

1875  wurde die Südwand und andere Partien mit Ziegeln ausgebessert.

1930 etwa ist der hölzerne Kirchturm abgebrannt.

 


 

Sankt Johanneskirche in Petersdorf

Der Turm der Johanneskirche ist mit 64 Metern der höchste von Fehmarn. Da er praktisch von der ganzen Insel aus sichtbar ist, wurde er lange als Landmarke zur Orientierung genutzt. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Kirche erbaut und liegt inzwischen auf einem kreiskrunden und von Linden gesäumten Friedhof. Das mit den Linden hat eine nähere Bewandnis, doch dazu mehr zum chronologischen Zeitpunkt.

1390 entstand der Altar mit seinen vergoldeten Schnitzereien.

14. Jahrhundert gegen Ende ist die Datierung für den Hauptaltar. In der oberen Reihe umgeben die zwölf Apostel Maria im Strahlenkranz. Die untere Reihe besteht aus 13 Büsten weiblicher Heiliger. Der Altar stammt möglicherweise aus der Werkstatt von Meister Bertram.

1460 Das hölzerne Sakramentshaus wurde so datiert und ist das zweitgrößte erhaltene gesammt Norddeutschlands.

15. Jahrhundert Die Kirche wurde erweitert.

15. Jahrhundert gegen Ende wurde die Triuphkreuzgruppe, die in „asketischer Herbheit“ gestaltete wurde, datiert.
Eine seltene spätgotische Darstellung ist das Christkind unter einem Baldachin auf einem Kissen sitzend.

1567 Der weithin sichtbare Kirchturm wurde errichtet. Die Mauern mussten durch außen sichtbare Eisenanker verstärkt werden.

1702 Der Altar der Kirche stammt aus dem Jahr .

1864 findet der Deutsch-Dänischen Krieg statt. Der Baumring aus 64  Linden der  Kirchhof und Kirche umgibt soll daran erinnern.

 


 

Weitere Gotteshäuser

Peter & Pauls Kapelle
im Jahre 1198 wurde das erste Gotteshaus auf der Insel urkundlich erwähnt. Als Ort wurde „in der Gemarkung Puttgarden“ angegeben. Bei einem Angriff schwedischer Kriegsschiffe wurde jedoch die Kapelle völlig zerstört. An die Gotteshaus erinnern die Bezeichnungen Kapellenkuhl und Landwiese, auf der die Pferde der Gottesfürchtigen weiden konnten.
Der Ortsname Puttgarden ist vermutlich vom altslawischen pod für unter und gard für Burg hergeleitet. Obwohl der Ort nördlich der ehemaligen Burgen der Insel liegt, läßt sich das unter damit erklären, daß Landkarten früher den Süden oben dargestellt hatten.

Sankt Jürgen Kapelle
Die evangelisch-lutherische Kapelle ist ein gotischer Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit einem Fundament aus Findlingen und einem Satteldach, auf dem ein Kreuz angebracht ist. An den Außenmauern der Kapelle fallen die für die Zeit der Gotik typischen Spitzbogenfenster besonders auf.

Ursprünglich war die Kapelle Teil eines Siechenhauses, in dem an Pest und Aussatz (Lepra) erkrankte Menschen gepflegt wurden. Sie liegt deshalb, wie im Mittelalter üblich, außerhalb der Stadt. Laut der "Gesellschaft für Leprakunde" wurde das Leprosorium zum ersten Mal 1439 urkundlich erwähnt.
Im Innern der Kapelle sind ein Sakramentshäuschen aus Holz aus dem 13. Jahrhundert sowie gut erhaltene Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert sehenswert.

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